Kreisfreie Stadt Oldenburg

Kontakt:

Merle Bührmann

Amt für Jugend und Familie

Sachgebiet frühe Hilfen/Prävention

Bergstraße 25

26122 Oldenburg

Tel.: 0441-235 3224

merle.buehrmann@stadt-oldenburg.de

Einwohner:

169.077

(Stand 30.12.2019)

Anteil der Kinder unter 10 Jahre:

14625 bzw. 8,5%

Armutsquote / SGB II-Quote (U-10):

3263 bzw. 22,3%

Grund für die Projektbeteiligung:

Die Stadt Oldenburg arbeitet seit 2013 bereits am Auf- und Ausbau einer Präventionskette. Die positiven Erfahrungen im Rahmen der vorhergehenden Arbeit mit der Strategie „CTC- Communities That Care“ in den Stadtbereichen Nord und Süd sind der Grundstein für die Arbeit mit der Strategie „Präventionsketten- Gesund aufwachsen für alle Kinder!“. Der Wunsch, die Präventionskette auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten führte zur Projektbeteiligung. Das besondere Augenmerk liegt hierbei auf Kinder und Familien, die von Armut betroffen sind.

Ziele:

Mit Hilfe einer integrierten kommunalen Strategie wird an dem Ziel gearbeitet, den Kindern, Jugendlichen und Familien in der Kommune ein gesundes Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen.

Die Präventionskette ist hierbei als Instrument zu verstehen, welches von Fachkräften der verschiedenen Einrichtungen und Institutionen genutzt und mit Leben gefüllt wird.

 

Zur Defintion der Wirkungsziele der Oldenburger Präventionskette wurde im Jahr 2019 ein Workshop durchgeführt. Die daraus resultierenden Zwischenziele werden fortlaufend von den Mitgliedern der Präventionskette bearbeitet.

Das Impact Ziel lautet:
„Alle Kinder in Oldenburg haben die Chance auf Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und ganzheitlich gesundes Aufwachsen.“

  • Mit geeigneten primär- und sekundärpräventiven Angeboten werden die Stärken von Kindern und Jugendlichen erhöht und belastende Faktoren vermieden.
  • Die Implementierung gut evaluierter Präventionsangebote (grüne Liste Prävention) an den Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen speziell mit dem Blick auf die Übergänge zwischen den Einrichtungen ist ein zentrales Ziel, um universell präventive und niedrigschwellige Angebote zu schaffen.
  • Mit der Struktur der Präventionskette mit unterschiedlichen Gremien gelingt es, die Vernetzung der Fachkräfte in den Quartieren und über die Quartiere hinaus sicherzustellen.
  • Mittels Unterstützung der integrierten kommunalen Strategie sollen Projekte, Angebote, Einrichtungen und Institutionen bekannt gemacht werden und verstärkt miteinander vernetzt arbeiten. Die bestehenden Angebote werden somit fortlaufend zu einem aufeinander aufbauenden System innerhalb der Kommune zusammengeführt und ggf. weiterentwickelt.

Beteiligte Akteur*innen:

Steuerungsgruppe: Entscheidungsebene
- Frau Sachse, Sozialdezernentin
- Herr Dr. Lammerding, Amtsleitung Amt für Jugend und Familie
- Herr Dr. Götte, Fachdienstleitung Kinder- und Jugendgesundheit des Gesundheitsamtes
- Frau Rakel, Fachdienstleitung Soziale Dienste des Amtes für Jugend und Familie
- Frau Heinrichs, stellvertretende Vorsitzende des Präventionsrates Oldenburg, Leitung des Fortbildungszentrums der Universität Oldenburg
- Herr Uhmeier, Polizeioberrat - Leiter Zentraler Kriminaldienste der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland
- Frau Bührmann, Koordinatorin Präventionsketten in Niedersachsen

Planungsgruppe: Konzeptions- und Umsetzungsebene
- Amt für Jugend und Familie, Fachbereich Frühe Hilfen/Prävention, Koordinierungszentrum Kinderschutz
- Fachdienstleitung Kinder- und Jugendgesundheit des Gesundheitsamtes
- Präventionsarbeit Gesundheitsamt Stadt Oldenburg
- Vertretung des ASD Stadt Oldenburg, Teamleitung West
- Eingliederungshilfe/Integrationsamt
- Fachdienst KITA
- Amt für Schule und Bildung
- Sportbund/ Sportamt
- AOK Prävention- Schulservice
- Polizei Oldenburg, Bereich Prävention
- Präventionsrat Stadt Oldenburg
- Koordinatorin Präventionsketten in Niedersachsen

Gebietsteam: Akteur*innen vor Ort
- Mitarbeitende des Amtes für Jugend und Familie Team frühe Hilfen
- Gesundheitsamt, Schulkrankenschwester
- Gesundheitsamt Team GUSTL (Guter Start ins Leben)
- Gemeinwesenarbeiten des jeweiligen Quartiers
- ASD
- Autonomes Frauenhaus, Beratungsstellen
- Vertreter*innen von Kindertagesstätten
- Vertreter*innen von Schulen
- Jugendfreizeitstätten
- Sportvereine
- Polizei
- Kinderarztpraxen
- Koordinatorin Präventionsketten in Niedersachsen

Zukünftig ist es geplant Gäste zu ausgewählten Themen in die Gremien einzuladen z.B. die Eltern- und Schüler*innenvertretungen aus den Schulen und Kitas.

Besonderheiten:

Seit 2013 wird in Oldenburg am Auf- und Ausbau einer Präventionskette gearbeitet. Zunächst wurde mit der Strategie „CTC-Communities That Care“, im Stadtgebiet Oldenburg Nord und später auch im Gebiet Oldenburg Süd gearbeitet. In diesem Rahmen wurde eine Schülerinnen- und Schülerbefragung im Oldenburger Norden durchgeführt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse wurden auf das Stadtgebiet Süd übertragen und dienten als Grundlage der Recherche nach geeigneten universal wirkenden Präventionsprogrammen. Eine erste Bestandserhebung wurde im Rahmen dieser Arbeiten durchgeführt.

Seit 2018 wird in Oldenburg mit der Strategie „Präventionskette - Gesund aufwachsen für alle Kinder!“, zunächst im Stadtwesten und seit Oktober 2020 auch im Stadtgebiet Mitte/Ost gearbeitet.
Während des Workshops „Wirkungsziele“ am 19.03.2019 wurden im Zusammenwirken der Fachkräfte sowie des BürgerInnen Vereins das heutige Impact Ziel sowie einige der Zwischenziele erarbeitet. Es folgte der Oldenburger Fachtag „Präventionskette“ am 19.06.2019 im PFL g mit 54 Teilnehmenden.

Der Beschluss der Lenkungsgruppe am 19.06.2020 zu einer einheitlichen integrierten kommunalen Strategie für die Stadt Oldenburg setzte einen weiteren Meilenstein. Resultierend aus dieser Entscheidung wurde das Stadtgebiet Mitte Ost als letzter Standort in die Arbeit der Präventionskette Oldenburg einbezogen.
Mittlerweile werden in Oldenburg die Ansätze der beiden Strategien „CTC- Communities That Care“ und „Präventionskette- Gesund aufwachsen für alle Kinder!“ genutzt.

Der für Sommer 2020 geplante Fachtag „universelle Prävention“ musste aufgrund der Corona Pandemie verschoben werden. Je nach Entwicklungen der Pandemie wird dieser Fachtag im Herbst 2021 in analoger Form oder im Rahmen eines online Vortrag umgesetzt.

Seit 2021 sind in allen vier Stadtgebieten Fachkräfte über die Präventionskette Oldenburg vernetzt. Das Arbeitsgremium bietet den Fachkräften einen Rahmen in dem Sie sich zum Thema Prävention austauschen können. Mittels der regelmäßigen moderierten Netzwerktreffen findet ein intensiver Austausch der Fachkräfte auf Stadtgebietsebene zum Thema Prävention statt. Es wird über bestehende Angebote und Projekte, Einrichtungen und Netzwerke sowie über Arbeitsgemeinschaften im Quartier und darüber hinaus informiert. Die Fachkräfte sind durch die Teilnahme in einen intensiveren Austausch zu gezielten Themen getreten und haben ihre Zusammenarbeit verstärkt.

Seit Beginn des Jahres 2021 wird einmal im Quartal der Newsletter „Präventionskette Oldenburg“ per Mail an alle Mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen versendet.

Erfolge:

Projekte zum Thema „Ganzheitlich gesundes Aufwachsen“

Einlegebogen für die Vorsorgeuntersuchungshefte:
Um Familien so früh wie möglich eine Übersicht der Angebote und Ansprechpartner zu vermitteln wurde ein Einlegebogen für die Vorsorgeuntersuchungshefte der Oldenburger Neugeborenen entwickelt. Seit Februar 2021 werden die Einlegebögen über alle Oldenburger Entbindungskliniken, Hebammen, Kinderarzt- und Gynäkologische Praxen an alle Eltern ausgegeben. Das Material wird rege nachgefragt.

„Gesundheit an der Schnittstelle der Systeme“:
An einer Grundschule in einem der sozial belasteten Einzugsgebiete des Stadtgebiet Oldenburg West wurde eine Projektstelle implementiert. Unter dem Titel „Gesundheit an der Schnittstelle der Systeme“ ist einmal wöchentlich eine Kinderkrankenschwester an der Schule tätig um die Kinder in ihrer Gesundheitskompetenz zu fördern. Es ist geplant das Angebot auf eine weitere Schule auszuweiten.

„Kids Time“:
Gefördert vom GKV Bündnis wird ab Mai 2021 im Oldenburger Westen das Angebot „Kids Time“ zur Unterstützung und Stärkung von psychisch erkrankten Eltern und deren Kindern beginnen. In einem Multi- Familien- Setting werden einmal im Monat Eltern und Kinder in Hinblick auf die Erkrankung und die damit einhergehenden Belastungen und Hürden unterstützt.

„Neighbourhood Health- Nachbarschaft und Gesundheit“:
Um die gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern bieten die Quartiere innerhalb einer Kommune eine große Chance. Die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in den Quartieren ist bekannt. Ausgehend von diesen Gedanken wurde ein Konzept entwickelt um allen Bewohnerinnen und Bewohnern eines Quartiers armutssensibel in ihren Gesundheitskompetenzen zu stärken. Es ist geplant das Pilotprojekt „Neighbourhood Health - Nachbarschaft und Gesundheit“ im Oldenburger Westen zu implementieren. In diesem Rahmen sollen Gesundheitskurse und Vorträge stattfinden sowie eine individuelle Beratung ggf. mit Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern stattfinden.

Projekte zum Thema „Bildungsgerechtigkeit“

Implementierung Präventionsprogramme:
Im Rahmen der Präventionskette werden Kita´s, Schulen und weitere Einrichtungen dabei unterstützt, geeignete Präventionsprogramme kennen zu lernen, zu implementieren und ggf. eine entsprechende Förderungen zu beantragen. Aufgrund der vorausgegangenen Schülerinnen- und Schülerbefragung wurden die Präventionsprogramme „Starke Eltern-Starke Kinder!“, „Kindergarten Plus“, „Klasse 2000“ und „Lions Quest“ ausgewählt. In Oldenburg wird weiterhin an einem aufeinander aufbauenden universell wirkenden Präventionskonzept gearbeitet.

Vernetzung mit Angeboten/ Ausbau von Angeboten:
Aktuell wird auch im Stadtgebiet Mitte-Ost daran gearbeitet Cafès mit Kinderwagen und Cafès mit Bobbycar etablieren. Erfahrungen aus den anderen Stadtgebieten haben gezeigt, dass diese niedrigschwelligen Angebote gerne von Eltern genutzt werden Die gemeinsame Arbeit innerhalb des Fachbereiches erleichtert die Ausweitung von erfolgreich wirkenden Angeboten in der ganzen Stadt.

Projekte zum Thema „Teilhabemöglichkeiten“

„Schwimmen lernen in Oldenburg“:
Die Planung eines Schwimmangebotes für Kinder im Vorschulalter mit besonderer Berücksichtigung der von Armut betroffenen Familien war ein Arbeitsinhalt einer AG der Präventionskette, die Konzeptentwicklung ist abgeschlossen und die Ergebnisse wurden in die AG „Oldenburg lernt Schwimmen“ übertragen. Geplant ist es nun, mit weiteren Akteuren der Stadt, die weitere Vertiefung anzustreben damit möglichst viele Kinder von der Idee profitieren können.

Sprechzeiten Jobcenter:
Ideensammlung zur Durchführung von Sprechzeiten des Jobcenters, der Sportvereine und weiterer Institutionen in Einrichtungen der Stadtgebiete, die bereits von Familien aufgesucht werden um Hürden zu nehmen.

Kostenloser ÖPNV:
Ideensammlung zur Realisierung der Förderung von Fahrkarten im ÖPNV auch während der Ferienzeiten für Schülerinnen und Schüler.

Downloads:

Gesagt-Getan_U-Heft-Einleger_Stadt-Oldenburg.pdf

23.03.2018 1 MB pdf Download Download

Stadt-Oldenburg_Broschüre_Guter_Start_ins_Kinderleben2020_barrierefrei.pdf

23.03.2018 2 MB pdf Download Download
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