Umsetzung

Welche Bausteine unterstützen den Auf- bzw. Ausbau einer Präventionskette?

Die Zusammenarbeit in einer Präventionskette ist als mittel- bis langfristiger Prozess zu verstehen und äußerst komplex. Grundsätzlichen Bausteinen helfen, den Überblick zu behalten und sich zu verorten. Die genaue Reihenfolge in der Umsetzung kann situationsspezifisch variieren.

Hier werden diese Bausteine aufgeführt. Kurze Inhaltsangaben sowie weiterführende Links geben praktische Hinweise für die eigene Präventionskettenarbeit.

In der Bestandsanalyse werden die bestehenden Angebote für Kinder und Eltern in der Kommune oder einem Stadtteil aufgeführt und thematisch nach den Lebenslagen und den Lebensphasen sortiert. Die gewonnene Transparenz schafft für alle Beteiligten einen Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten und macht ggf. auch schon Lücken deutlich.

Weitere Informationen sind im 2. Heft Praxis Präventionskette "Bestandsaufnahme und Bestandanalyse" zu finden.

In einer Kommune kümmern sich oft viele verschiedene Akteur*innen um ein gelingendes Aufwachsen der Kinder. Sie haben sich in verschiedenen Arbeitsgruppen und Gremien zusammengefunden, deren Ziele und Handlungsschwerpunkte sich in Teilen unterscheiden, in Teilen aber auch ähneln. Netzwerkstrukturen bieten die Möglichkeit, sich dieser Arbeit einen konkreten und verbindlichen Rahmen zu geben, durch den die Unterstützung der Familien verbessert wird.

 

Vertiefende Informationen zum Netwerkaufbau liefert das Werkbuch Präventionskette

Ob die Angebote auch zur Lebenswirklichkeit der Familien passt, muss in mehreren Schritten betrachtet werden: Gesundheits- und Sozialdaten der einzelnen Stadtgebiete ermöglichen einen objektiven Blick auf Bedarf und Problemlagen; durch individuelle Einschätzungen der Fachkräfte, Kinder und Eltern können spezifische Bedürfnisse erkannt werden; die gemeinsame Analyse der Daten durch Fachkräfte unterschiedlichster fachlicher Disziplinen, nach Möglichkeit unter Beteiligung von Eltern und Kindern ergänzt das Abbild der Lebenswirklichkeit. Das Ergebnis wird in Aktivitäten und Maßnahmen umgesetzt.

Weitere Informationen zu Bedarfen und Bedürfnissen sowie Fragen zur Analyse der Daten stehen unter der Rubrik Inhalte zu "Bedarf und Bedürfnisse" zur Verfügung.

Damit verschiedene Akteur*innen gemeinsame Strategien und Angebote für Familien entwickeln können, müssen sie eine konkrete Vorstellung davon haben, was verändert werden soll. Dazu ist eine Zielentwicklung auf Basis von Bestandsanalyse und Bedarfs- und Bedürfniserhebung sinnvoll.

Weitere Informationen zur Zielentwicklung gibt die Arbeitshilfe: Präventionsnetzwerke und Präventionsketten erfolgreich koordinieren des Landschaftsverandes Rheinland, Landesjugendamt (2017)

Keine Stadt fängt bei der Unterstützung von Kindern und Eltern bei null an! In der Regel gibt es eine Vielzahl von Initiativen und Einrichtungen – diese stehen allerdings manchmal unverbunden nebeneinander und passen nicht immer zur Lebenswirklichkeit der Familien. Manchmal braucht es eine Weiterentwicklung des Bestehenden, manchmal eine Neuentwicklung. In beiden Fällen sollten Fachkräfte und Träger unbedingt einbezogen werden.

Beispiele für neue und weiterentwicklete Angebote aus unseren Kommunen zeigt die Reihe "Gesagt-Getan": Highlights aus unseren Kommunen

Damit die entwickelten Angebote und Verfahren der Präventionskette auch mittel- bis langfristig Bestand haben und nachhaltig wirken können, braucht es eine verlässliche Koordination, die eine verbindliche Kooperation zwischen den Akteur*innen unterstützt und fachlich begleitet. Es ist sinnvoll, den Regeleinrichtungen wie Krippe, Kita und Schule besondere Verantwortung zuzusprechen und hier ergänzende Unterstützung anzusiedeln. Entsprechend sollte auch die Eignung von Nachbarschafts-oder Mütterzentren und anderen Einrichtungen der stadtteilbezogenen Sozialen Arbeit geprüft werden.

Informationen zur Koordination bietet das 1. Heft Praxis Präventionskette "Die Rolle der Koordination"

Mehr zum nachhaltigen und erfolgreichen Strukturaufbau für Präventionskettenarbeit bietet das 3. Heft Praxis Präventionskette "Organisationsstruktur entwickeln"

Die Erfolge von Präventionsketten auch über einen gewählten Projektzeitraum hinaus stabil zu verankern, gelingt nur, wenn Ziele und Inhalte auch von der Politik getragen und aktiv unterstützt werden. Ein Beschluss im Jugendhilfe-/Sozialausschuss bzw. durch den Stadtrat oder Kreistag schafft Orientierung und Verbindlichkeit für alle Beteiligten.

Ein wesentliches Merkmal von Präventionsketten ist die Partizipation ihrer Zielgruppen. Denn nur dadurch wird sichergestellt, dass Strukturen und Angebote zu Bedarf und Bedürfnissen der Kinder und Eltern passen. Das Einbeziehung der Fachkräfte gewinnen Angebote an Qualität und lassen sich so nachhaltiger absichern.

Weitere Informationen zum Thema findet sich in der Rubrik Inhalte "Partizipation" auf dieser Website.

Es lohnt sich, die Prozesse des Auf- und Ausbaus einer Präventionskette zu untersuchen und daraus Veränderungen abzuleiten. Mit einem wirkungsorientierten Monitoring, das an den besonderen Gegebenheiten einer Kommune und ihren spezifischen Zielen ansetzt, lässt sich der aktuelle Stand des Strukturaufbaus nachvollziehen. Quantitative und qualitative Wirkfaktoren geben Aufschluss darüber, wo Abläufe ggf. angepasst werden müssen.

Weitere Informationen liefert das 5. Heft Praxis Präventionskette "Wirkungen sichtbar machen: Eine Einführung in die Arbeit mit Wirkungsmodellen"

Das Glossar zum wirkungsorientierten Monitoring gibt eine Übersicht über die wichtigsten Begrifflichkeiten in diesem Kontext.

 

Und welche Argumente für Präventionsketten können die Überzeugungsarbeit vor Ort unterstützen? Mehr erfahren...

Schriftenreihe: „Praxis Präventionskette“

Die Rolle der Koordination

1. Praxisblatt:
Das Heft beschreibt die Rolle und Aufgabe der Koordination und geht auf Rahmenbedingungen und Kompetenzen ein, die bei der erfolgreichen Erfüllung dieser Tätigkeit unabdingbar sind.

18.01.2019441 KBpdfDownloadDownload

Bestandsaufnahme und Bestandsanalyse

2. Praxisblatt:
Das Heft zeigt exemplarisch eine Vorgehensweise bei der Bestandsaufnahme und -analyse vor Ort und, was dabei speziell in der Präventions­kettenarbeit zu beachten ist, um  Transparenz herzustellen, Ziele zu entwickeln und Handlungsschwerpunkte zu setzen.

12.03.20192 MBpdfDownloadDownload

Organisationsstruktur

3. Praxisblatt:
Leser*innen erfahren welche Organisationsstrukturen für den Auf- und Ausbau von Präventionsketten förderlich sind und wie diese Strukturen erfolgreich und nachhaltig aufgebaut werden können.

16.04.2019359 KBpdfDownloadDownload

Konzeptvorstellung in „Einfacher Sprache“

4. Praxisblatt:
In diesem Text wird das komplexe Vorhaben der Präventionskettenarbeit in einfacher Sprache vorgestellt.

29.05.2019437 KBpdfDownloadDownload

Wirkungen sichtbar machen

5. Praxisblatt:
Das Heft erklärt grundsätzlich, was unter Wirkungen zu verstehen ist und führt in die Arbeit mit Wirkungsmodellen in der Präventionskettenarbeit ein.

19.08.2019389 KBpdfDownloadDownload

Präventionsketten in der Fläche

6. Praxisblatt:
Chancen und Herausforderungen des ländlichen Raums in der Präventionskettenarbeit werden aufgezeigt, Grundwissen vermittelt sowie Fragen der Zusammenarbeit von Landkreisen und Gemeinden thematisiert und Impulse für die lokale Präventionskettenarbeit gegeben.

24.02.2021439 KBpdfDownloadDownload

Werkbuch Präventionskette

Was ist eine Präventionskette, und wie baut man sie auf? - Das Werkbuch gibt einen umfassenden und praxisnahen Einblick in das komplexe Vorhaben des Auf- und Ausbaus von Präventionsketten.

Hrsg: Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. / BZgA, Werkbuch Präventionsketten, 2013

09.11.20171 MBpdfDownloadDownload